Jeffrey Epstein, 27, tags: weitere elite-verbindungen - CC BY-SA

Stark geschwärzte Epstein-Akten wachsen – weitere Verbindungen zur Elite werden sichtbar

Wer in Deutschland den Fall Jeffrey Epstein verfolgt, steht nun vor einer weiteren massiven Aktenveröffentlichung, die mindestens so viele Fragen aufwirft, wie sie beantwortet. Das US-Justizministerium hat im Rahmen des Epstein Files Transparency Act, einem Gesetz zur vollständigen Offenlegung staatlicher Unterlagen rund um Epstein und seine Vertraute Ghislaine Maxwell, tausende weitere Dokumente veröffentlicht.

Mehr als 8.000 Dokumente wurden öffentlich gemacht, etwa 11.000 Links wurden online gestellt – wobei einige davon ins Leere führten oder nicht erreichbar waren. Unter den Veröffentlichungen finden sich auch Videoüberwachungs- und Tonaufzeichnungen aus dem August 2019, dem Monat, in dem Epstein in einem New Yorker Gefängnis starb, während er auf seinen Prozess wegen schwerer Sexualdelikte wartete.

Prominente Namen tauchen auf

Fotos, die in Epsteins Anwesen beschlagnahmt wurden, stehen im Zentrum der Unterlagen. Die Bilder zeigen Epstein im Umgang mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung. Zu sehen sind unter anderem Prinz Andrew, der ehemalige britische Minister Peter Mandelson, Richard Branson, Mick Jagger, Michael Jackson, Diana Ross, Kevin Spacey und Chris Tucker.

Auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton ist auf mehreren Fotos zu erkennen. Ihm wird kein Fehlverhalten vorgeworfen, und er beteuert, den Kontakt zu Epstein lange vor dessen Verurteilung abgebrochen zu haben. Das Justizministerium gibt keinen Kontext zu den Aufnahmen, viele Gesichter sind zudem weiterhin unkenntlich gemacht.

Im Fokus steht auch Donald Trump. Eine E-Mail eines Staatsanwalts aus Manhattan vom 7. Januar 2020 listet Trump auf mindestens acht Flügen mit Epsteins Privatjet zwischen 1993 und 1996 als Passagier – damit widerspricht sie Trumps öffentlichem Dementi.

Trump weist jegliches Fehlverhalten zurück und behauptet, er sei nie auf Epsteins Flugzeug oder Insel gewesen. Einige Aufnahmen mit Trump wurden später von der Website des Justizministeriums entfernt, wodurch Kritik an mangelnder Transparenz laut wurde.

Hinweise auf Missbrauch bereits Jahre vor Epsteins Verhaftung

Die Unterlagen bestätigen außerdem, dass das FBI bereits 1996 Missbrauchsvorwürfe erhielt, damals gemeldet von der Betroffenen Maria Farmer. Zeugenaussagen vor der Grand Jury schildern, wie minderjährige Mädchen angeworben und für sexuelle Handlungen bezahlt wurden.

Das Gesetz schrieb eine vollständige Offenlegung bis zur vergangenen Woche vor, doch weiterhin sind hunderte Seiten komplett geschwärzt. Politiker:innen beider Parteien drohen nun mit rechtlichen Schritten, während das Justizministerium weitere Veröffentlichungen ankündigt und die Schwärzungen mit dem Opferschutz begründet.

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