Mech Dara, ein angesehener kambodschanischer Journalist, der für seine investigativen Berichte über Cyberbetrug in Sihanoukville bekannt ist, hat seinen Rücktritt vom Journalismus angekündigt. Seine Entscheidung folgt auf eine dreiwöchige Inhaftierung, die erst endete, nachdem er sich per Video öffentlich bei den kambodschanischen Behörden entschuldigt hatte.
Dara, 36, wurde am 30. September unter dem Vorwurf der Anstiftung zu sozialen Unruhen verhaftet, nachdem er ein Bild in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, das die Behörden als Fake News bezeichneten. Der Vorfall führte zu einer erschütternden Erfahrung in der Haft, in der sich Dara nach eigenen Angaben tief erschüttert fühlte.
Nach seiner Entlassung gab er zu, dass er durch die Tortur den Mut und das Engagement verloren hatte, die ihn zuvor bei seiner Arbeit angetrieben hatten. Dara gab zu, dass die Erfahrung ihn erschüttert habe und er unter solchen Umständen nicht mehr weiter berichten könne.
Weltweiter Aufschrei über Pressefreiheit
Daras Ausstieg hat bei internationalen Verfechtern der Pressefreiheit, darunter Reporter ohne Grenzen (RSF) und das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ), die das Vorgehen Kambodschas verurteilt haben, Empörung ausgelöst.
Diese Gruppen warnen davor, dass die Behandlung von Dara durch die Regierung als Abschreckung für andere unabhängige Journalisten in Kambodscha gedacht ist. Aleksandra Bielakowska von RSF wies darauf hin, dass die kambodschanische Regierung mit dem Schweigen von Mech Dara eine harte Warnung an Journalisten aussendet, die kritisch berichten.
Indem sie Journalisten wie Mech Dara unterdrückt, sendet die kambodschanische Regierung eine abschreckende Botschaft und bedroht direkt alle verbleibenden unabhängigen Journalisten im Land
Aleksandra Bielakowska
Mech Dara hat in seiner zehnjährigen journalistischen Laufbahn zahlreiche Publikationen veröffentlicht, in denen er häufig Menschenhandel und die Ausbeutung von Arbeitskräften in riesigen Online-Betrugszentren aufdeckte. Sein Rücktritt ist ein großer Verlust für die kambodschanischen Medien und hinterlässt eine Lücke, die nur wenige andere in der Branche füllen können.
Verfechter der Pressefreiheit schlagen Alarm wegen der zunehmenden Bemühungen Kambodschas, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und den unabhängigen Journalismus zum Schweigen zu bringen, was ein beunruhigendes Umfeld für wahrheitssuchende Reporter schafft. Während Deutschland die Pressefreiheit weitgehend schützt, zeigen die jüngsten Sorgen über die Überwachung von Journalisten und die polizeiliche Durchsuchung von Redaktionsräumen, wie leicht investigative Berichterstattung entmutigt werden kann.